Enkeltrick & Co - Bleibt wachsam!


Um das eigene Leben zu finanzieren gibt es viele Möglichkeiten. Eine besteht darin, es mit Tricks und Gaunereien zu versuchen. Manche Einfälle sind so alt, dass man oft nicht verstehen kann, warum noch immer Menschen darauf hereinfallen. Mit Varianten und an besondere Lebensumstände angepassten Trickbetrug verfeinern die Täter ihre Maschen fortwährend. So kann man pauschal nur zusammenfassen, dass es stets die eigene Wachsamkeit erfordert und ebenso sollte man bemüht sein, sein Umfeld vor Schaden zu bewahren. An dieser Stelle möchte ich einige geläufige Fallen niederschreiben, die nicht nur für ältere Menschen zum finanziellen Verhängnis führen können.

Die Einfallstore der Ganoven sind schnell genannt: Sie wählen das Telefon, klingeln an der Wohnungstür oder nutzen die Anonymität des Internets. Ausgangspunkt sind meist ausgespähte Informationen oder ein geschickter Gesprächsverlauf, in dem sie dem potentiellen Opfer Details entlocken, auf welche sie dann aufbauen können. Schon ganz am Anfang des Gespräches entscheidet sich häufig ob der Betrug gelingen wird. Denn je länger man sich trotz warnenden Bauchgefühl auf die Konservation einlässt, umso schwieriger wird es diese dann noch abzubrechen. 


Im Falle des Internets sind es Spam-Mails, die an "gekaufte" Mail-Adressen versendet werden. Die Aufmachung reicht von einer einfachen Text-Mail, kann aber auch optisch so gestaltet sein, dass sie den Anschein erweckt vom eigenen Geldinstitut, der Polizei oder einer beliebigen anderen Firma oder Institution zu stammen.

So gut wie immer sind in diesen Nachrichten irgendwelchen Links enthalten, mit welchen auf eine bestimmte Webseite weitergeleitet wird. Bei grafischen Mails können diese Weiterleitungen auch in Grafikelementen versteckt sein.

All diese Links sollte man auf keinen Fall anklicken/antippen: Zum einen erhält der betrügerische Absender erst damit die Rückmeldung, dass die verwendete Mail-Adresse tatsächlich genutzt wird, der Wert steigt also und es ist in der Folge mit noch mehr Spam zu rechnen.
Des Weiteren kann über einen ungeprüften Link auch Schadsoftware (Computer-Viren) auf den eigenen Computer gelangen, die im Verborgenen Daten ausspäht oder anderen Unfug anrichtet. Zudem wird aus so genannte Pirshing-Mails heraus gerne auf gefakte Webseiten weitergeleitet. Dahinter verbergen sich Seiten, die auf dem ersten Blick zum Beispiel denen der Hausbank entsprechen und wo die Eingabe von Login-Daten gefordert wird. Eine Bank wird niemals per Mail die Zugangsdaten überprüfen und deren Webauftritt sollte stets über die offizielle URL (so nennt man die oben im Browser eingegebene Internet-Adresse) angesteuert werden. Nur dann landet man mit Sicherheit im sicheren Hafen.

Anhaltspunkte dafür, dass es sich um eine betrügerische Mail handelt sind u.a.:

  • Die Mail-Adresse des Absenders ist ähnlich aber nicht identisch mit jener des vorgegebenen Versenders. Manchmal kann man dies aber erst im Nachrichtenkopf sehen, der in der Regel ausgeblendet ist.
  • Bei dem Absender handelt es sich um ein Unternehmen, zu dem kein vertragliches Verhältnis besteht.
  • Im Text sind die Umlaute nicht richtig dargestellt, Grammatik und Satzbau sind fehlerhaft oder Formulierungen komisch.
  • Es wird ein oft unnatürlich hoher Gewinn versprochen oder gar eine Erbschaft oder sonstiger Grund, warum man unbedingt den angegebenen Link bestätigen soll (Bitte folgen sie dieser Aufforderung nicht!).
  • Es wird auf ein gesperrtes Konto verwiesen, welches angeblich über den angegebenen Link freigeschaltet werden kann. Dies ist ein uralter Trick, der es einzig auf die Zugangsdaten abgesehen hat - ein finanzieller Schaden ist hier nahezu garantiert! - Löschen Sie diese Mail und widerstehen Sie jeder Neugierde, doch einen Blick zu riskieren!


Häufig kommt der Enkeltrick per Telefon ins Haus. Es kann auch die Polizei oder ein Bankangestellter sein, der Sie angeblich kontaktiert. Wenn auf dem Display die 1 1 0 steht, so verbirgt sich dahinter ein technischer Trick und mit Sicherheit nicht die Polizei – die übertragene Rufnummer ist leider nicht vor Manipulation geschützt.

Wann immer ein unbekannter Anrufer Sie in ein Gespräch verwickelt, kommt es auf Ihre Wachsamkeit auf. Geben Sie keine Informationen heraus, auch keine Namen und Daten. Wenn Sie Zweifel haben, rufen Sie den „Enkel“ über die ihnen bekannte Telefonnummer zurück. Lassen Sie sich auch nicht durch Schauergeschichten in Panik versetzen und melden Sie versuchte oder doch „geglückte“ Betrugsfälle der Polizei.

Am anderen Ende der Leitung kann sich auch ein Callcenter befinden, welches Ihnen ein Abo oder einen Vertrag andrehen will. Häufig werden dabei Fragen so geschickt gestellt, dass in der Sprachaufzeichnung später Ihre Zusage dokumentiert ist. Hüten Sie sich also vor Fragen, die nur mit „Ja“ oder ähnlichen Zustimmungsformen zu beantworten sind und legen Sie den Hörer rechtzeitig auf. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!


Anhaltspunkte dafür, dass es sich um einen betrügerischen Anruf handelt sind u.a.:

  • Der Anrufer stellt sich nicht namentlich vor, sondern versucht sich indirekt erkennen zu lassen. Beispiel: „Rate mal wer hier ist?“ „Hallo Tante, erkennst du mich noch?“ (Leicht enttarnt sich der Gauner, wenn Sie hier einen ausgedachten Namen nennen und er diesen wie selbstverständlich aufgreift.)
  • Es ruft ein (falscher!) Polizeibeamter an der Sie als Lockvogel benutzen möchte oder Sie mit anderer Begründung davon überzeugen will, Wertgegenstände bei Ihnen abholen zu dürfen. (Legen Sie auf und rufen Sie die Polizei an!)
  • Ein (falscher!) Bankmitarbeiter möchte telefonisch die Zugangsdaten Ihres Kontos abgleichen.
  • Sie werden mit einer Schauergeschichte konfrontiert, in der es beispielsweise um den Unfall oder eine schwere Krankheit eines nahen Angehörigen geht. Sie werden um Geld gebeten, welches gleich ein (falscher!) guter Freund abholen wird. Hier greift der Täter auf vielleicht schon zuvor erlangte Daten zurück, vielleicht hat er ja schon mal unter einem anderen Vorwand angerufen. Er kann das Gespräch auch so steuern, dass Sie ihm ungewollt gewünschte Namen und Daten verraten, worauf er seine Strategie weiterverfolgen kann.


Handwerker oder Behörden klingeln an der TürWenn Sie nichts beauftragt haben, könnte es hier nicht mit rechten Dingen zugehen, seinen Sie wachsam! Ein Handwerker hat zufällig bemerkt, dass zwei Dachziegeln verschoben sind oder er bietet an Ihre Einfahrt mit Hochdruck zu reinigen. Ein Trupp vom Gesundheitsamt bietet an der Tür einen kostenpflichtigen Corona-Test an. Selbst falsche Polizisten haben schon ihr Glück an der Wohnungstür probiert und dazu auf das besondere Vertrauen gesetzt, welches ihnen entgegen gebracht wird.

  • Lassen Sie sich zu keiner spontanen Auftragserteilung nötigen. Fragen Sie nach einem schriftliches Angebot und vergleichen Sie mit anderen Unternehmen.
  • Das Gesundheitsamt hat gar nicht die Kapazität, noch würde es jemals ohne Ankündigung an der Tür klingeln. WENN das Gesundheitsamt von sich aus einen Corona-Test durchführt, ist dieser kostenfrei!
  • Vertrauen Sie nicht auf Dienstausweise, deren Echtheit Sie nicht überprüfen können.
  • Im Zweifel rufen Sie die Polizei!